Frühe Jahre
(5 n.G. - 395 n.G. / 579 v.D. - 189 v.D.)
Das Reich wächst
In den folgenden Jahren wuchs in den Herzogtümern sowohl die Bevölkerung als auch ihr Reichtum und weckte somit in den Nachbarn Gier und Neid. So kam es zu einem Krieg im Jahre 568 v.D. (16 n.G.), als sich mehrere umliegende Königreiche und Grafschaften zu einem Bündnis gegen das neu entstandene Land zusammenschlossen. Zu dem Bündnis westlich liegender Gebiete gegen Rondland gehörten Berania, Sintemala und Berag und viele kleine Grafschaften und Gebiete. Doch schnell war klar, dass Rondland stärker war als alles, was seine Gegner aufbieten konnten. Die Folge des Krieges war, dass sich Berag schnell aus dem Krieg löste und die restlichen Länder ohne ihren stärksten Verbündeten zusammenbrachen und sich mehrere der besiegten Feinde Rondland anschlossen.
Auf diese Weise kamen Berania, Sintemala und das kleine Tamor im Jahre 565 v.D. (19 n.G.) zu Rondland und aus mehreren kleineren Grafschaften an der Nordküste wurde das neue Herzogtum Talios gebildet, das sich 2 Jahre später anschloss. Nun war fast die gesamte rondsprachige Welt in einem Land vereint. Nur ein weites Hochtal in den nordwestlichen Wolkenspitzen, der von Ermest besiedelte Wald südlich seiner Grenzen zwischen den Wolkenspitzen und dem Inneren Meer, ein gebirgiger Landstrich in den südöstlichen Ausläufern der Rihop-Berge um den gewaltigen Weißkopf und der südliche Teil des Grünwalds lagen noch außerhalb der Grenzen Rondlands, obwohl dort die meisten Menschen ebenfalls Rond sprachen.
Das Reich gedeiht
In den folgenden Jahrzehnten blühte Rondland und seine Herzogtümer immer wieder auf. Unter der geschickten Führung der Nachfolger Thiborcios gedieh das junge Großreich und der Frieden, der nun im ganzen Reich herrschte, beflügelte die Wirtschaft. Jedes Herzogtum hatte weitestgehende innere Souveränität und im Umgang miteinander gab es erstmals feste, eindeutige Regeln, deren Einhaltung durch den König und seine Verwaltung überwacht wurde.
Dabei kam dem jungen Reich auch ein weiterer Umstand zu gute. Thibor im Norden des Reiches war nicht nur Sitz des Königs, sondern auch religiöses Zentrum Rondlands und der oberste Kerospriester Thibors, der auch die Krönungen der Könige vornahm, war geistiges Oberhaupt des Reiches, schließlich ist Keros nicht nur der Gott des Himmels und Geist der Schöpfung, sondern auch Gott der Herrschaft. Nirgends spielte die Magieform der göttlichen Gabe eine größere Rolle als hier.
Ermest im Südosten war durch seinen regen Austausch mit Akhalad Fokal, dem Zwergenreich in den Wolkenspitzen, technologisch am weitesten entwickelt und viele Errungenschaften stammen von dort, wobei die Menschen hier größtenteils nicht besonders religiös sind und alle Magieformen außer der Technomatie kritisch beäugt werden.
Im Südwesten des Reiches hingegen war die Magie stark, stammten doch die klassischen arkanen Kräfte aus Salania und waren dort fester Teil des täglichen Lebens, während die Naturkräfte von den Spruchwebern im Waldesland zu den Menschen im Grünwald Beranias kamen.
Diese verschiedenen Zentren der Religion, Technologie und Magie schafften ein ausgewogenes Gleichgewicht, das erstaunlich stabil funktionierte und sich immer besser einpendelte. Zwar beäugte man sich gegenseitig misstrauisch, aber dennoch hielt der innere Frieden für eine lange Zeit und die 14 Herzogtümer erlebten eine Blütezeit, die sie vorher nicht für möglich gehalten hätten.
Das Reich formt sich
Im Jahre 472 v.D. (112 n.G.) wurde eine Lücke geschlossen, als sich 3 kleinere Grafschaften zum Herzogtum Wetzenstein zusammenschlossen und um Aufnahme in Rondland baten, da sie nur an Herzogtümer Rondlands und die Rihop-Berge grenzten und sich dem wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg ihrer Nachbarn nicht mehr verschließen konnten. Natürlich gewährte ihnen König Thiborcio IV diesen Wunsch.
Es dauerte keine 15 Jahre, als das schon erwähnte weite Hochtal im Nordwesten der Wolkenspitzen einen ähnlichen Wunsch äußerten und sich als Oberstein anschlossen. Damit waren die Grenzen Rondlands für die nächsten über 250 Jahre festgelegt. Denn der Wald südlich von Ermest wurde zwar dem Herzogtum als Waldmark angeschlossen, aber ohne dieses Gebiet Rondland anzugliedern. Da weithin angenommen wurde, dass dies nur ein rückständiges, dünn besiedeltes Gebiet ist, wurde dies allgemein so akzeptiert.
Ein etwas anders gelagerter Fall war der südliche Teil des Grünwalds, der von Beros zwar offiziell als Teil seines Reiches deklariert wurde nachdem der Herrscher über dieses Gebiet Herzog Hinrich III als Graf von Grünwald den Treueschwur leistete, doch hatte weder der Herzog noch Beros selbst die Möglichkeit, dies durchzusetzen oder zu kontrollieren aufgrund der Unzugänglichkeit des Gebietes von Beros her. So besteht auf dem Papier bis zum heutigen Tag die Zugehörigkeit Grünwalds zum Herzogtum Beros, faktisch ist Grünwald aber ein souveräner Staat und der Graf von Grünwald kann unbehelligt seine Herrschaft ausüben.
Das Reich konsolidiert sich
In den nächsten Jahren wuchsen die Strukturen sowohl zur Verwaltung des Reiches als auch der einzelnen Herzogtümer, wobei sich völlig unterschiedliche Formen ausbildeten von der konstitutionellen Regierung Harmings zur absolutistischen Herrschaft vieler Herzöge, von rein feudalistischen Verwaltungsfornen, in der nur das Geburtsrecht über Prvilegien entscheidet, bis zu einem vom Herzog bestimmten Beamtentum, in dem Vögte die Aufgaben wahrnahmen.
In dieser langen Zeit des Friedens, einem inneren ebenso wie äußeren Frieden, wuchsen manche Herzogtümer, die sich ja erst mit ihrem Beitritt zu Rondland als eigenes Land gebildet hatten, erst zu einem einigermaßen homogenen Ganzen zusammen. Die Nachbarn, allen voran Berag und Bredo, beäugten den neuen Machtblock an ihrer Grenze mit Argwohn, als jedoch abzusehen war, dass Rondland nicht auf weitere Eroberungen aus war, nahm man schnell wieder wirtschaftliche und politische Beziehungen zu der absoluten Großmacht Allias auf, um an dem Aufschwung, den das Reich nahm, teilzuhaben.
Die königliche Verwaltung sorgte für faire Bedingungen für alle und solange das Reich weitestgehend reibungslos lief gab es auch keine Bestrebungen, etwas an der bestehenden Ordnung zu verändern. So gedieh das Land weiter und keiner ahnte, dass die letzten Jahre nur die Ruhe vor dem Sturm waren, als am Krönungstag des Jahres 196 v.D. (388 n.G.) der neue 23 Jahre alte Herzog Rondulo IV vom Hohepriester des Keros zum König von Rondland gekrönt wurde.