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Herbstbeginn in Dakor

geschrieben von Boris

Hinweis: Diese Geschichte beruht auf dem Abenteuer "Die Feier" der ersten Dakor-Kampagne von Klaus und war gleichzeitig das erste Abenteuer auf Damakar überhaupt. Wer sich mit dem Gedanken trägt, dieses Abenteuer zu spielen, sollte also nicht weiterlesen.

Die ersten Blätter begannen sich bereits zu verfärben und die Tage wurden wieder kürzer, als ich mich mit meinen beiden Kumpanen Ygildir, dem hühnenhaften norgonischen Krieger, und Todd, einem undurchschaubaren Kerl eher zweifelhafter Herkunft, von Lohrin, wo wir die letzte Nacht verbracht hatten, nach Barhinag der Stammburg unseres Lords Euron Bahrin aufmachte. Lord Bahrin, den man auch den Löwen nennt und dessen kürzlicher Feldzug gegen den ungeliebten Nachbarn Lord Uskalon äußerst erfolgreich verlaufen war, veranstaltete nämlich aufgrund seines Sieges ein großes Fest. Doch nicht nur dieses Fest lockte uns, insgeheim hoffe jeder von uns, in den Dienst des Lords treten zu können, für den ich schon einige Male als Kundschafter unterwegs gewesen war.

Wir hatten Glück, den entgegen den vergangenen Tagen regnete es ausnahmsweise nicht, und wir kamen auf dem zwar nassen und stellenweise schlammigen Weg trotzdem zügig vorwärts. Ich schlug meinen beiden Begleitern eine Abkürzung durch den Wald vor, denn da wir weder Pferde noch einen Wagen hatten, sollte der weiche Untergrund des Waldweges kein Problem für uns darstellen. Wir waren früh am Morgen aufgebrochen und schon einige Stunden unterwegs, als wir kurz nach der Mittagszeit hinter einer Wegbiegung auffällige Geräusche vernahmen. Ich deutete meinen Begleitern, hier kurz zu warten und näherte mich unauffällig der Biegung. Als ich vorsichtig um die Biegung schaute, erblickte ich einen kleinen, einachsigen Wagen, der von einem altersschwachen Kutschpferd gezogen wurde. Der Wagen war wohl in einem Schlammloch steckengeblieben, und sein Kutscher, ein älterer Mann, der neben sich eine gespannte Armbrust liegen hatte, und zwei Frauen bemühten sich erfolglos, die Karre aus dem Dreck zu ziehen.

Ich kehrte lautlos zu Ygildir und Todd zurück und erklärte ihnen die Situation. Wir beschlossen, den armen Leuten zu helfen und gingen vollkommen unbefangen um die Biegung herum, auf den Wagen zu. Natürlich wurden wir sofort bemerkt und der Mann legte mit seiner Armbrust auf uns an, während sich die beiden Frauen mißtrauisch in den Schutz hinter dem Wagen zurückzogen.

"Hallo ihr lieben Leute, mir scheint, daß ihr Probleme mit eurem Wagen habt. Wenn ihr nichts dagegen habt, würden wir euch gerne behilflich sein.", rief Todd den dreien zu.

"Wer seid ihr?", kam es von dem alten Mann misstrauisch als Antwort.

Wir stellten uns der Reihe nach vor und es schien, als ob dadurch das Mißtrauen der drei zumindest ein wenig nachlassen würde. Ich sah mich kurz im nahen Wald nach einem kräftigen Ast um, den man als Hebel verwenden konnte und bat Ygildir, der gleich eine ganze Sammlung Äxte jeglicher Größe mit sich herumschleppte, den von mir ausgewälten Baumstamm von unnötigen Ästen zu befreien. Gemeinsam versuchten wir dann, den Wagen wieder flott zu bekommen, doch es benötigte drei Versuche, bis wir auf dem schlammigen Boden den richtigen Halt fanden und der Wagen schließlich wieder auf festem Boden stand. Und während Pock, der Kutscher, und Malewa, die rothaarige, etwas ältere der beiden Frauen, noch immer ein wenig mißtrauisch dreinschauten, bedankte sich die blonde Siran jeweils mit einem Kuss bei uns. Wir boten den dreien an, sie auf ihrem weiteren Wege vor jeglichem Ungemach zu beschützen, denn es stellte sich heraus, daß auch sie auf dem Weg zur Burg Lord Bahrins waren, um sich beim großen Fest einige Münzen durch den Ausschank von Getränken und wer weiß welchen sonstigen Diensten zu verdienen.

Wir setzten also unseren Weg gemeinsam fort, was auch für uns natürlich eine angenehme Abwechslung war. Unterwegs fielen mir an einigen Stellen einige Wagen- und Fußspuren auf, die etwa einen Tag als sein mochten. Es war nicht ungewöhnlich, wenn auch eher selten, auf diesem Weg einen größeren Wagen anzutreffen, und so dachte ich mir nichts weiteres dabei. Gegen Abend hielten wir Ausschau nach einem geeigneten Lagerplatz, doch wir mußten mit einem eher ungünstigen Platz in der Nähe einer Senke, durch die ein kleiner Bach floss, vorlieb nehmen, denn bis zur Dämmerung lies sich kein besserer Platz finden. Ich entdeckte etwa 100 Meter im Waldesinneren eine kleine Gruppe Rehe, und Todd und ich machten uns auf die Jagd, während Ygildir das Lager bewachte. Wir kehrten mit zwei kräftigen Rehböcken zum Lager zurück, die uns sowohl mit Nahrung als auch mit ein wenig Geld versorgen sollten, wenn wir die Burg erreichen würden.

Da mir der Lagerplatz nicht ganz ideal erschien, und die Zeiten nicht unbedingt sicher waren, entschloß ich mich, die nähere Umgebung ein wenig zu erkunden. Ich folgte dem weiteren Weg noch um die nächsten beiden Biegungen, wo ich in einiger Entfernung einige Krähen sehr auffällig über einem Punkt im Wald kreisen sah. Da es schon fast dunkel war, entschied ich mich, nicht allein weiterzugehen und kehrte ins Lager zurück. Zusammen mit Todd, der ebenfalls im Lesen von Spuren bewandert war, machte ich mich nochmals auf, dem Weg zu folgen. Wir erreichten auf einer Kuppe einen kleinen Lagerplatz, an dem wir die Spuren eines Wagens und eine kalte Feuerstelle entdeckten. Die Krähen, die einige dutzend Meter landeinwärts kreisten, waren beinahe nicht mehr zu erkennen. Da wir an diesem Abend der Sache nicht mehr auf den Grund gehen konnten, kehrten wir ins Lager zurück, wo uns schon ein schmackhaftes Abendmahl erwartete.

Die Nacht verlief ruhig, trotzdem hatten wir uns mit der Wache abgewechselt. Am Morgen packten wir rasch unsere Habseligkeiten zusammen, nahmen ein kurzes Frühstück ein und machten uns wieder auf den Weg. Wir drei gingen dem Wagen ein wenig vorraus, und als wir an die Lagerstätte kamen, die wir am Abend zuvor entdeckt hatten, untersuchten wir sie nocheinmal genauer und entdeckten dabei, daß einige der Lagernden wohl ein kleines Stück in den Wald gegangen waren, in etwa der Richtung, in der noch immer die Krähen zu sehen waren. Wir folgten den Spuren bis zu einem Abhang, an dem einiges Geröll abgerutscht war. Am Fuße des Abhanges konnten wir den Grund erkennen, der die Krähen hierher lockte. Aus dem lockeren Gestein ragte ein Bein.

Wir kletterten vorsichtig den Hang hinunter und verscheuchten die Krähen, und machten uns daran, den Körper aus dem lockeren Gestein zu graben. Es war die Leiche eines Mannes, und man sah deutlich den Schnitt am Hals, der wohl offensichtlich zu seinem Tode geführt hatte. Doch wir fanden noch zwei weitere Leichen dort vergraben, die eines Mannes, der offensichtlich zwei Pfeilewunden im Rücken hatte und einer offenbar erwürgten Frau, und sie alle trugen keine Kleidung mehr. Wir untersuchten die Leichen der drei noch weiter und kamen schließlich zu dem Schluß, daß es wohl eine kleine Gruppe Gaukler oder ähnliches Volk gewesen sein mußte. Allem Anschein nach waren sie getötet worden, um sich ihrer Kleidung und ihres Wagens zu bemächtigen, um so beim Fest nicht aufzufallen. Wir wußten zwar nicht, was die Mörder im Schilde führten, doch waren wir uns sicher, daß es nichts gutes sein konnte. Pock, den wir noch dazugeholt hatten, meinte denn auch, den älteren der beiden Männer schon einmal gesehen zu haben.

Wir beschlossen, uns möglichst schnell wieder auf den Weg zur Stadt zu machen, da noch immer die Gefahr bestand, daß sich die Mörder noch in der Nähe befanden, und wir es noch vor Einbruch der Nacht in die Stadt schaffen wollten. Ich widmete auf dem weiteren Weg meine Aufmerksamkeit vermehrt dem Wald vor uns und vor allem den für einen Hinterhalt geeigneten Plätzen. Und als hätte ich es geahnt, so passierte es dann auch. Als wir grade mit dem Wagen einen kleinen Fluß durchquerten und versuchten, die Böschung auf der anderen Seite zu überwinden, entdeckte ich einige Meter vor uns einen kleinen Vogelschwarm, der unnatürlich plötzlich aus einem Busch aufstieg. Ich ließ mich hinter den Wagen zurückfallen, wo Ygildir dabei war, dem Wagen den nötigen Schwung zu verschaffen, und teilte ihm meine Entdeckung mit, während ich schnell meinen Bogen spannte. Und da kamen sie auch schon von  zwei Seiten aus dem Wald gestürmt, vier bewaffnete Räuber, zwei von ihnen mit Bögen bewaffnet, die sofort das Feuer eröffneten, während die beiden anderen mit gezogenen Waffen direkt auf den Wagen zustürmten. Ich feuerte ebenfalls meinen Bogen auf einen der beiden Bogenschützen ab, während Ygildir seine Streitaxt und sein Schwert vom Wagen riß und dem Angreifer auf der rechten Seite entgegenstürmte. Die beiden Frauen suchten eiligst Schutz hinter dem Wagen und Pok, der ganz vorne das Pferd geführt hatte, versuchte, seine auf dem Kutschbock liegende Armbrust zu erreichen. Er war jedoch nicht schnell genug, der erste Angreifer, der allem Anschein nach der Anführer der Band war, war schon zu nah herangekommen, so daß Pok gerade noch sein Messer ziehen konnte, um sich notdürftig gegen den schwertschwingenden Banditen zu verteidigen. Währenddessen war der andere Angreifer nahe genug heran, um Todd anzugreifen, der diesen schon erwartet hatte. Der zweite Bogenschütze hatte seinen Bogen nach dem ersten Schuss ebenfalls fallen lassen und war mit gezogenem Kurzschwert ebenfalls auf den Wagen zugestürmt, wo er schon von unserem norgonischen Krieger erwartet wurde. Mit zwei gewaltigen Schlägen streckte Ygildir den Angreifer nieder, während Todd sich nur mit Mühe seinem Gegner erwehren konnte und dabei eine leichte Verletzung davontrug, jedoch nicht ohne den Banditen ebenfalls zu verletzen. Pock erwehrte sich nur mit Mühe den Attacken seines Gegners, und es gelang ihm sogar, diesem eine leichte Wunde zuzufügen, während ich mehrere Pfeile auf den Bogenschützen abgab, der ebenfalls immer noch auf uns feuerte. Leider traf ich ihn nur mit einem Streifschuß, und auch er traf mich, doch sein Pfeil blieb zum größten Teil in meiner Rüstung hängen.

Derweil hatte Ygildir sich dem zweiten Angreifer zugewandt, der gerade Todd bedrängte, doch er war ein wenig zu übereifrig und fing sich eine Wunde ein, die ihn jedoch nicht stoppen konnte, sondern seine Angriffswut noch weiter steigerte. Mit gewaltiger Kraft ließ er seine beiden Waffen auf den Banditen herniederkrachen, was diesen beinahe in zwei Hälften spaltete. Als der Bogenschütze dies sah, schien ihn sein Mut zu verlassen und er suchte sein Heil in der Flucht. Ich machte mich sofort auf ihn zu verfolgen, gefolgt von Todd, der ja nun keinen Gegner mehr hatte, während Ygildir dem armen Pok zu Hilfe eilte. Leider hatte er jedoch seine Kraft schon zum größten Teil verbraucht, was den Kampf in die Länge zog und Ygildir eine weitere Wunde einbrachte, bevor er mit beinahe letzter Kraft den Anführer der Bande niederstrecken konnte.

Todd und ich verfolgten den Flüchtigen ein kurzes Stück durch den Wald und hatten ihn beinahe eingeholt, als er versuchte, sich durch einen Sprung einen kleinen Abhang hinunter in Sicherheit zu bringen. Zu seinem Pech geriet er ins Stolpern und stürzte den Abhang eher unkontrolliert hinunter. Wir folgten ihm ein wenig vorsichtiger und als wir ihn erreicht hatten, ergab er sich sofort. Wir fesselten und knebelten ihn sofort und brachten ihn zurück zum Wagen, wo wir ihn kräftig in die Mangel nahmen. Leider jedoch schien er außer dem Namen seines Anführers keine weiteren Hintermänner zu kennen. Wenigstens konnten wir herausfinden, daß etwa einen Tag zuvor ein Wagen diese Stelle unbehelligt passiert hatte und die Wagenlenker wohl sogar mit dem Anführer der Bande gesprochen hatten, so als würden sie sich kennen, was unseren Verdacht, es könnte sich um Banditen handeln, noch bestätigte. Er führte uns dann noch zu ihrem Lager im Wald, wo wir jedoch nichts wirklich nennenswertes mehr finden konnten, daß uns weitere Hinweise hätte geben können. Wir konnten von unserem Gefangenen nicht mehr in Erfahrung bringen und mußten uns nun überlegen, wie wir mit ihm verfahren wollten. Da wir jedoch sehr auf unsere eigene Sicherheit bedacht waren und uns die Behörden wohl eher ignoriert hätten, beschlossen wir, daß der Bandit, so sehr es mich auch schmerzte, den Weg seiner Kameraden gehen sollte. Da wir jedoch ein Kopfgeld auf die Banditen erhofften, nahmen wir den Kopf des Anführers als Beweis mit. Ygildir, der dies wohl schon öfter in seiner bisherigen Laufbahn, unter anderem als Scharfrichter, getan hatte, übernahm diese Aufgabe gerne.

Nachdem wir die Leichen der Räuber im Wald versteckt hatten, nicht ohne sie vorher noch durchsucht zu haben, setzten wir unseren Weg weiter fort, denn wenn wir die Stadt bis zum Einbruch der Nacht noch erreichen wollten, mußten wir uns beeilen. Ygildir ließ sich unterwegs auf dem Wagen von Malewa versorgen, die wohl Gefallen an dem großen Starken und in ihren Augen mutigen Krieger gefunden hatte. Es dauerte noch einige Stunden, bis wir den Wald verliessen und in der Ferne die Stadt erblicken konnten. Wir durchquerten das Stadttor und Pock und die beiden Frauen suchten sich sofort ein nahes Gasthaus, während wir drei uns auf den Weg in die Stadt machten, um unser Kopfgeld zu kassieren. An einigen Stellen fanden wir kleine Plakate an Wänden und Mauern, auf denen das Gesicht eines Banditen zu sehen war der dem unsrigen recht ähnlich sah, so daß wir uns des Kopfgeldes recht gewiss sein konnten. Wir trafen auch kurz darauf auf eine Patrouille der Stadtwachen, denen wir sofort unseren Fang präsentierten. Der Hauptmann der Gruppe brachte uns hinauf zur Burg, wo die Truppen stationiert waren.

Auf dem Weg dorthin entdeckte ich in einer Seitenstraße vor einem Gasthaus einen bunten Wagen, der stark nach einer kleinen Gruppe Gaukler aussah. Ich merkte mir die Stelle und folgte mit meinen Kumpanen den Soldaten. In deren Kaserne angekommen händigte uns der Hauptmann das Kopfgeld aus. Wir hatten zwar mit mehr gerechnet, doch wollten wir vorsichtshalter keinen Ärger riskieren und nahmen, was wir bekamen. Nachdem der Hauptmann den Kopf des Banditen gut sichtbar vor dem Tor der Burg aufgespießt hatte, machten wir uns wieder auf den Weg hinunter in die Stadt. An der Ecke, an der ich zuvor den Wagen entdeckt hatte, entschlossen wir uns, kurzhand einen kleinen Abstecher ins das besagte Gasthaus zu machen. War war der Wagen nicht mehr zu sehen, doch wir wollten uns einfach mal umschauen.

Die Kneipe war eine Absteige unterster Klasse, und so vielen wir auch nicht besonders zwischen den anderen Besuchern auf, bei denen es sich wohl großteils um unseresgleichen handelte, Söldner zweifelhafter Herkunft, die sich bei der Musterung in zwei Tagen einen festen Platz in der Armee des Lords erhofften. Wir entdecken zunächst niemanden, der aussah wie die von uns Gesuchten Gauklerbanditen, doch in einer eher dunklen Ecke entdeckte ich einen Mann, der mir ein wenig seltsam vorkam. Zwar gab er sich redliche Mühe, genauso abgerissen auszusehen, wie der Rest von uns, doch gelang ihm dies nicht wirklich. Der Mantel war zu einfach und doch zu sauber, die Hände zu fein und das Gesicht zu gepflegt für einen Söldner oder Waldläufer. Wir beschlossen kurzerhand, diesem seltsamen Gast einen kleinen Besuch abzustatten und schlenderten gemütlich zu ihm hinüber.

"Hallo der Herr", begann ich, "ihr scheint hier fremd zu sein, wenn mich meine Sinne nicht täuschen." Man sah ihm an, daß es ihm unangenehm war, entdeckt zu werden, doch er lies sich auf ein Gespräch mit uns ein. Es stellte sich heraus, daß er ein Bediensteter des Lords Tanjo Jor aus dem Hause Jor war. Mir sagte das nicht viel, den Namen Jor hatte ich zwar schon gehört, aber mich nie weiter damit beschäftigt, doch Todd schien sich schon in besagtem Herzogtum herumgetrieben zu haben und kannte sich bestens aus, was die politischen Verhältnisse dort anging. Wie es schien, war das Haus Jor mit dem Haus Bahrin verbündet und Lord Tanjo Jor war natürlich zu den bevorstehenden Festlichkeiten eingeladen. Nach einigen Minuten des Gesprächs, in dem wir noch einiges über das Herzogtum Jor erfuhren, hatten wir genug Vertrauen zu dem Mann gefasst und ergriffen die Chance, ihm von unseren Vermutungen bezüglich des Attentats auf Lord Bahrin zu erzählen, da wir hofften, er und sein Herr konnten diesbezüglich eventuell etwas unternehmen. Der Mann erwiderte, daß es wohl besser wäre, wir würden unsere Vermutungen direkt seinem Herrn mitteilen und lud uns am späten Abend zu einem Treffen ein. Wir verabredeten uns am Brunnen auf dem Stadtplatz und verabschiedeten uns dann.

Nur wenig später trafen wir an dem Gasthaus ein, in dem sich auch unsere drei Begleiter eingemietet hatten. Wir verkauften dem Wirt die beiden Rehe, oder was noch von ihnen übrig war, und machten uns einen ruhigen Abend im Schankraum. Kurz vor dem Treffen machten wir uns dann auf den Weg zum verabredeten Treffpunkt, doch anstatt Lord Tanjo trafen wir dort nur einen weiteren Boten an, der uns mitteilte, Lord Tanjo würde einen weniger gut sichtbaren Ort vor der Stadt bevorzugen. Wir waren ein wenig skeptisch, doch schließlich folgten wir dem Boten vor die Stadt zu einer kleinen Gruppe von Bäumen, unter der wir drei Pferde und einige Männer ausmachen konnten. Der Mann aus dem Gasthaus war auch wieder dabei, und ehrfürchtig stellte er uns seinen Herrn vor, Lord Tanjo Jor persönlich. Ich war mit den Gepflogenheiten des hohen Adels nicht wirklich vertraut, daher blieb ich einfach stehen, während sich meine beiden Freunde vor dem Lord verbeugten. Wir erzählten dem Lord daraufhin unsere Vermutung noch einmal und baten ihn, diesbezüglich eventuell einige Vorkehrungen zu treffen. Lord Tanjo schien sehr froh über diese Informationen zu sein und versprach uns, zu tun, was er konnte. Er erbat unsere Mithilfe in diesem Fall und schlug uns vor, in seine Dienste zu treten, so daß wir als seine Bediensteten dann auch Zugang zu dem Fest haben würden. Da wir sowieso die meisten Informationen in diesem Fall besaßen und Lord Tanjo keine Leute dafür abstellen konnte, taten wir, wie er uns vorgeschlagen hatte und legten sofort den Treueeid ab, der uns von nunan an das Haus Jor binden sollte.

Am nächsten Tag war es dann soweit, am Abend sollte das große Fest stattfinden. Wir hatten verabredet, daß wir uns am Nachmittag mit dem Hauptmann von Lord Tanjos Wache am Eingang zur inneren Burg treffen sollten, um uns dort dann schon einmal umsehen zu können.
Die Burg bestand aus insgesamt drei Innenhöfen, die jeweils durch ein gut bewachtes Tor getrennt waren. Im ersten Innenhof waren die Spielleute und Gaukler untergebracht, die am Abend für die Unterhaltung beim Fest sorgen sollten. Im zweiten Hof befanden sich die Unterkünfte für die Bediensteten der einzelnen, zum Fest geladenen Häuser, und selbst das Haus Zaan, dessen Kultur sich doch ziemlich stark von den restlichen Häusern unterschied, war eingeladen worden. Hier trafen wir auf Pock, Siran und Malewa, die es anscheinend geschafft hatten, auf unser Bitten bei Lord Tanjo, Arbeit beim Fest zu finden.

Wir erreichten das dritte Tor, das wir nicht so ohne weiteres durchschreiten konnten, und baten die Wache, den Hauptmann zu holen, mit dem wir verabredet waren. Dieser kam auch kurz darauf, und führte uns zunächst zum Rüstmeister seines Herrn, damit wir entsprechend eingekleidet werden konnten. Todd und ich fanden sofort eine passende Uniform, doch bei Ygildir war dies deutlich schwieriger, war er doch für Dakors Verhältnisse ungewöhnlich groß. Seine Unform war leider so groß wie breit, was ihm ein wenig das Aussehen eines schwangeren Elefanten gab.
So ausgestattet machten wir uns auf in den Innenhof der Burg. Wir begegneten einigen hohen Persönlichkeiten, die jedoch weiter keine Notiz von uns zu nehmen schienen, sowie einer jungen Frau, die alleine in einem kleinen Teil des Hofes spazieren ging. Der Hauptmann erklärte uns, daß dies die Tochter des Herzogs von Uskalon war, die Herzog Bahrin von seinem Feldzug als Geisel mitgebracht hatte. Schnell fanden wir jedoch heraus, daß ihr Status hier weit mehr war als der einer einfachen Gefangenenen und daß sie sich wohl garnicht wie eine solche fühlte. Anscheindend war der Sohn des Herzogs schon seit längerem an ihr interessiert und und sie schien einer Verbindung mit dem Hause Bahrin ebenfalls nicht abgeneigt zu sein.

Wir betraten den Festsaal, in dem schon die Vorbereitungen für den kommenden Abend in vollem Gange waren. Dieser hatte den Haupteingang auf der Längsseite, eine breite Treppe führte in den Saal hinunter. Links vom Eingang, am Ende des Saales, stand die Tafel des Hauses Bahrin, an dem auch die engsten Vertrauten des Herzogs sitzen würden, unter anderem die Tochter des Herzogs von Uskalon, die offiziell ja noch als Geisel galt, sowie die enger befreundeten Herzöge mit ihren Gemahlinnen. Dann folgte ein freier Platz, der für die Vorführungen der Gaukler gedacht war und als nächstes kamen die Tafeln der anderen höheren adligen Häuser. Am Ende des Saales dann waren die Plätze der niedrigeren Gäste angeordnet. Auf etwa drei Metern Höhe lief eine Ballustrade um den gesamten Saal, die hauptsächlich die Wachleute der Edelleute beherbergen sollte und als Zugang zur Küche diente, deren Eingang sich dort oben befand.

Ich beschloß, mich noch einmal im ersten Hof der Burg umzuschauen, denn wenn unsere gesuchten Attentäter irgendwo ihr Lager hatten, dann am ehesten dort. Ich begab mich also hinunter und sah mich unter den anwesenden Gauklergruppen um. Schnell viel mir ein Pärchen vor einem auffälligen Wagen auf, der in unser Bild paßte. Ich beobachtete die beiden eine kleine Weile, und als der Mann sich mit dem Rücken zu mir drehte, erkannte ich, daß sein Wams an etwa der Stelle, an der die Pfeile der Attentäter die eigentlichen Gaukler getroffen hatten, einen deutlich neuen Flicken hatte. Ich versuchte, mir die Gesichter der beiden genau einzuprägen, doch von einem dritten Attentäter konnte ich nichts entdecken. Da der Flicken jedoch als Beweis kaum ausreichen konnte, ließ ich meine Blicke weiter über den Platz schweifen, vielleicht hatte ich ja doch auch zufällig das falsche Pärchen im Verdacht. In einer Ecke des Hofes enteckte ich eine weitere Gruppe von Gauklern, die eine recht gewagte Nummer mit Wurfäxten einübten. Dabei stand ein Zwerg auf den Schultern eines kräftigen Menschen und warf seine Äxte auf eine Scheibe, die später wohl noch ein lebendes Ziel haben sollte. Es wunderte mich, daß es einer Gruppe von Gauklern erlaubt sein sollte, derartige Waffen so nah an den Herzog heranzubringen, und so beschloss ich, auch diese Gruppe später genauer zu beobachten.

Ich kehrte zu meinen beiden Kumpanen zurück und teilte ihnen meine Entdeckungen mit. Wir beratschlagten noch eine Weile, wie wir am Abend dann weiter vorgehen wollten und kamen zu dem Schluß, daß wir nur dann zuschlagen konnten, wenn wir die Attentäter auf frischer Tat ertappten, da wir ja weder ihr eigentliches Ziel noch ihre genaue Identittät kannten. Wir konnten nur vermuten, daß es sich um einen Racheakt des Herzogs von Uskalon handelte und daß Lord Bahrin das Ziel sein würde.
Am Abend dann bezogen wir unsere Positionen im Saal. Während es sich Todd und Ygildir unten im Saal auf beiden Seiten an der Wand möglichst unauffällig bequem machten, nahm ich meinen Posten auf der Ballustrade zwischen Treppe und Kücheneingang ein, um zum einen den größten Teil des Saales aber auch die Bediensteten im Auge behalten zu können. In meinem Blickfeld stand Todd, so daß wir uns über Zeichen notdürftig verständigen konnten.

Es dauerte nicht lange, da erschollen die Fanfaren, die die Ankunft des Herzogs ankündigten und kurz darauf betrat der Löwe, wie Lord Bahrin auch genannt wurde, im Saal, gefolgt von seinen engsten Vertrauten, seiner Familie und den befreundeten Lords. Danach folgten die anderen hohen Häuser und zuletzt die niederen Adligen am anderen Ende des Saales. Mit einer kurzen Ansprache eröffnete der Löwe das Fest und sofort begannen dutzende von Bediensteten, die ersten Speisen und Getränke im Saal aufzutragen. Auch die ersten Gauklergruppen begannen mit ihren Vorführungen und das Fest gewann schnell an Fahrt. Selbst die einfachen Soldaten wie wir wurden von den Bediensteten hin und wieder mit Speisen und Getränken versorgt, wobei besonders Ygildir herzhaft zugriff, womit er jedoch beim zweiten Humpen Bier einige böse Blicke unseres Hauptmannes auf sich zog.

Unter den Bediensteten befanden sich auch Siran und Malewa, die einige male an mir vorbei auf dem Weg von oder zur Küche waren, in der Pock seinen Dienst tat. Ich beobachtete aufmerksam jeden Bediensteten und auch das Vorgehen unten im Saal. Gerade war die Gruppe mit dem axtwerfenden Zwerg erschienen und begann mit ihrer Vorführung, doch entweder schienen sie in Anwesenheit der hohen Herrschaften besonders nervös zu sein, oder etwas stimmte nicht mit ihnen, denn ihre Darbietung war alles andere als Gelungen. Den Abschluß bildete jene Nummer, die ich im Hof schon beobachten konnte. Der Zwerg stand auf den Schultern des kräftgen Menschen und hielt insgesamt vier Wurfäxte in seinen Händen. An der Zielscheibe stand ein junges Mädchen, dessen lange, blonde Zöpfe der Zwerg mit den Äxten wohl abzutrennen versuchte. Doch die beiden ersten Würfe gingen weit fehl und es war wohl die Fügung der Götter, daß niemand durch sie zu  Schaden kam. Der dritte Wurf erreichte sein Ziel beinahe und trennte zumindest einige Haare vom Zopf des Mädchens, doch nun war die gesamte Truppe mehr als nervös, und auch bei mir stieg die Anspannung, als der Zwerg seine letzte Axt zum abschließenden Wurf hob. Mit letzter Konzentration geworfen traf die letzte Axt doch tatsächlich ihr Ziel, so daß wenigstens einer der beiden Zöpfe sauber in zwei Teile getrennt wurde. Man konnte die Erleichterung nicht nur auf dem Gesicht des Mädchens gut erkennen und die Gruppe verließ unter dem verhaltenen Applaus der Anwesenden schnell den Saal.

Es dauerte einige Zeit, als ich plötzlich die Frau der anderen Gauklergruppe erblickte, die, als Bedienstete bekleidet, einen größeren Korb in Richtung der Küche trug. Da sie direkt an mir vorbeikommen mußte, beschloß ich, sie aufzuhalten und zu fragen, woher sie denn so plötzlich käme. Sie sah mir recht frech in die Augen und meinte, sie wäre für die Versorgung der Bediensteten draussen zuständig, daher wäre sie jetzt das erste mal hier drinnen. Da ich ihr nichts anderes nachweisen konnte, ließ ich sie weitergehen, nahm mir jedoch vor, jeden ihrer Schritte weiterhin genau zu beobachten. Wenig später kam sie mit einem vollen Brotkorb wieder aus der Küche und verließ den Saal. Das Fest ging weiter und die hohen Herrschaften schienen sich dabei köstlich zu amüsieren. Ich ging kurz zur Küche und versuchte, Pock oder Malewa auf mich aufmerksam zu machen. Malewa kam auch auf mein Zeichen zu mir und ich bat sie, auf die Verdächtige ein Auge zu haben, sollte sie wieder in die Küche kommen. Sie versprach mir, zu tun was sie konnte und fragte mich gleichzeitig, ob ich in letzter Zeit Siran gesehen hatte, die wohl schon seit einiger Zeit nicht mehr in der Küche aufgetaucht war. Ich verneinte die Frage und erst jetzt viel mir auf, daß das junge Mädchen tatsächlich schon seit einiger Zeit nicht mehr an meinem Posten vorbeigekommen war.

Da mir der Schutz des Lords jedoch ungleich wichtiger erschien als die vermeindlichen Liebesabenteuer eines jungen Dinges, kehrte ich wieder an meinen Platz zurück und beobachtete weiter den Saal. Nach einiger Zeit erschien wieder unsere Hauptverdächtige, diesmal trug sie ein großes Tablett mit Knochenresten in Richtung der Küche. Als sie gerade die Küche betreten wollte kam ihr ein anderer Bediensteter entgegen und bei dem Versuch, diesem auszuweichen, ließ sie das Tablett fallen. Mühsam sammelte sie die Knochen wieder auf und verschwand in der Küche. Wenig später betrat ihr Kumpan in Begleitung eines weiteren Mannes den Saal, die beiden hatten wohl vor, die Menge mit einer Jongliernummer zu unterhalten, denn sie hatten allerhand Bälle und Keulen mitgebracht. Sie begannen auch alsbald mit ihrer Vorführung und ich beobachtete sie eine Weile genau, um herauszufinden, ob sie sich vielleicht doch nicht ganz wie gewöhnliche Gaukler verhielten, als ich plötzlich aus den Augenwinkel am Ende der Ballustrade gegenüber der großen Tafel des Lords eine Bewegung bemerkte. Sofort erkannte ich, daß es sich dort um die perfekte Position für einen Attentäter handelte, der mit einer Armbrust bewaffnet war.

Sofort gab ich Todd das verabredete Zeichen zum Zugriff und bewegte ich mich zügigen, und doch gleichzeitig unauffälligen Schrittes in die besagte Richtung, die Hand schon am Schwertgriff, jederzeit bereit, mich auf den Attentäter zu stürzen. Als ich an der Ecke der Ballustrade angelang war sah ich sie. Wie vermutet war die kleine Gauklerin und Schankmagd nichts anderes als eine gemeine Auftragsmörderin, gerade dabei, eine Armbrust vorsichtig durch die Balken der Ballustrade in Anschlag zu bringen. Sofort riß ich mein Schwert aus der Scheide und sprang auf die Attentäterin zu, die durch meinen Angriff gerade genug abgelenkt wurde, um ihren Schuß weit über das eigentlich Ziel zu setzen. Mit einer eleganten Bewegung versuchte sie, meinem Schlag auszuweichen und ich erkannte an ihren geschmeidigen Bewegungen, daß sie ganz sicher keine gewöhnliche Schankmagd war. Sie wand sich unter meinem Schlag hindurch uns sprang auf. Den Schwung meines Angriffes nutzend versuchte ich sie sofort wieder mit einem Schlag mit der stumpfen Seite meines Schwertes zu Fall zu bringen, was mir auch gelang. 

Unten im Saal hatten derweil Todd und Ygildir ebenfalls ihre Waffen gezogen und versuchten, die beiden Komplizen dingfest zu machen. Ygildir, der aufgrund seines etwas ausschweifenderen Alkoholgenusses ein wenig langsamer reagierte, hatte einige Mühe, sich durch die Menge der Gäste zu kämpfen, während Todd den beiden flüchtenden sofort auf den Fersen war, die in Richtung der Saaltür rannten. Dort stellten sich ihnen zwar einige Wachen in den Weg, der eine der beiden schaffte es jedoch, mit einem gewagten Sprung die Linie zu durchbrechen und aus dem Saal nach draussen zu flüchten, dicht gefolgt von Todd. Der andere wandte sich nach links zur Treppe hinauf zur Ballustrade und in Richtung der Küche, doch jetzt war Ygildir endlich heran und folgte ihm jeweils drei Stufen auf einmal nehmend die Treppe hinauf.

Meine Gegnerin schien, obwohl am Boden liegend, nicht gewillt zu sein, den Kampf aufzugeben und versuchte sofort wieder, sich meinem Schwert zu entwinden und auf die Beine zu kommen. Doch jetzt hatte ich genug von diesem Spielchen, zweimal hatte ich ihr die Chance gegeben, sich zu ergeben, indem ich sie nicht verletzt, sondern nur zu Boden geworfen hatte. Doch diesmal sollte mein Schlag seine Wirkung nicht verfehlen, ich traf sie am linken Bein und mein Schwert grub sich tief in das Fleisch ihres ungeschützten Beines. Wie in Rage versuchte sie weiterhin, sich meinen Angriffen zu entziehen, doch ich stieß noch einmal zu und traf sie am Oberkörper. Dieser Schlag warf sie endgültig zu Boden und ich führte sofort meine Kinge an ihren Hals, ein deutliches Zeichen, daß jeder weiter Widerstand unmittelbar zu ihrem Tod führen würde. Genau dies schien jedoch ihre Absicht zu sein, denn mit einer schnellen Bewegung versuchte sie trotz ihrer Schmerzen und ihrer schweren Verletzungen, sich in meine Klinge zu stürzen. Doch diesmal war ich vorbereitet und konnte die Klinge gerade noch rechtzeitig zur Seite schwingen.

Draussen im Hof hatte Todd derweil die Verfolgung des ersten Flüchtigen aufgenommen und jagte ihn quer über den Hof in Richtung des Tores. In der Dunkelheit war es schwer, der eher schemenhaften Gestalt zu folgen, doch kurz vor dem Tor erreichte Todd ihn mit einem waghalsigen Sprung und riss ihn zu Boden. Wie seine Kumpanin versuchte er sofort, sich dem Griff unseres Freundes zu entwinden, doch Todd schien einige Erfahrung in Kämpfen dieser Art zu haben und es gelang ihm, den Flüchtigen solange festzuhalten, bis die Wachen vom Tor die beiden erreichten.

Drinnen war Ygildir dem letzten Attentäter bis zur Küche gefolgt, den mächtigen Anderthalbhänder bedrohlich schwingend und als der Mann gerade die Tür der Küche erreicht hatte, schlug Ygildir zum ersten mal zu. Leider verfehlte er sein Ziel in der Enge des Durchgangs, doch seinem Gegner blieb hier nichts weiter übrig, als sich dem Kampf zu stellen. Er griff sich eines der kleinen Fleischerbeile, die in der Küche hingen und versuchte, Ygildir damit anzugreifen. Doch der norgonische Hühne, jetzt vollkommen in seinem Element, ließ sein großes Schwert gnadenlos herunterschnellen und mit einem Schlag, der einen wilden Ochsen in zwei Hälften gespalten hätte, beendete er den Kampf so schnell, wie dieser begonnen hatte.

Natürlich war im ganzen Saal ein gewaltiger Tumult entstanden und die Soldaten des Herzogs bahnten sich ihren Weg zu Ygildir und mir und hießen uns, unsere Waffen fallenzulassen und zu erklären, was hier vorging. Ich erzählte dem Hauptmann der Wache in kurzen Worten die ganze Geschichte und schließlich kam auch noch der Hauptmann Tanjo Jors hinzu, der unsere Geschichte bestätigen konnte. Die Soldaten ergriffen die beiden überlebenden Attentäter und schleppten sie sofort aus dem Saal, einem Schicksal entgegen, das ich besser nicht wissen wollte. Später erfuhren wir, daß es sich tatsächlich um bezahlte Attentäter des Hauses Uskalon gehandelt hatte. Wir waren aufgebrochen, um in die Dienste des Lords Bahrin zu treten, stattdessen waren wir nun Gefolgsleute des Hauses Jor geworden und hatten auch gleich unseren ersten, wichtigen Auftrag erledigt. Wir sind gespannt, was die Zukunft noch alles für uns bereit hält...